Gewaltfreie Kommunikation muss geübt werden

Lebenslanges Training ist oftmals erforderlich

Unsere größte Sehnsucht ist es, in Harmonie mit den Mitmenschen zu leben und ihnen stressfrei begegnen zu können.

Was sich so einfach anhört ist aber für alle Beteiligten schwer umzusetzen.

Ängste und Depressionen sind oft Notsignale

Ängste sind zumeist eine Blockade im Energiesystem und wirken wie ein Kurzschluss
Ängste sind zumeist eine Blockade im Energiesystem und wirken wie ein Kurzschluss

Unser emotionales Gehirn sendet sie aus, wenn es eine Bedrohung des sozialen Gleichgewichtes vermutet.

 

Unsere wichtigste Lebensaufgabe ist es, die Beziehung zu anderen Menschen sorgsam zu pflegen. Das ist nicht schwer, wenn dafür einige einfache Grundsätze beachtet werden.

 

Die Basis für wirksame Überlegungen und Handlungen ist das Emotionale Gehirn. Hier müssen neue Verhaltensweisen ansetzen, wenn überschießende Emotionen, wie Ärger, Wut, Aggressionen, aber auch Ängste und Resignation aufgelöst werden sollen.

 

Das emotionale Gehirn

Das emotionale Gehirn ist dafür ausgelegt, über die Gefühle, Botschaften zu empfangen. Dieser emotionale Kontakt ist für Säugetiere ein biologisches Bedürfnis, was so wichtig ist, wie Nahrung und Sauerstoff. Es steuert physiologische Vorgänge, wie Herzschlag, Blutdruck, Appetit, Schlaf und Libido. Aber auch das Immunsystem reagiert auf das emotionale Gehirn. Es kann als Gehirn im Gehirn bezeichnet werden und sitzt als „Limbisches System“ im inneren des Gehirns. Die sich darin befindliche Amygdala, der sogenannte „Mandelkern“ kann als Alarmzentrum der Emotionen betrachtet werden.

 

 

Respektloser Umgang in der Partnerschaft

 

Elise und Max B. nahmen an einem meiner Seminare für Paarberatung teil. Ich hatte dazu einige Klienten eingeladen, um mit ihnen eine gewaltfreie Kommunikation zu trainieren.

 

Nach meinen Erfahrungen in der Paarberatung ist es fast immer der Umgang miteinander, der eine Partnerschaft regelrecht „vergiftet“ und es immer schwerer macht, sich miteinander zu verständigen. Die dabei gewachsenen Aggressionen setzt sich irgendwann im Alltag fort. Der gereizte Ton hat sich dann auf fast jede Unterhaltung ausgestreckt.

 

Nahezu jede Ansprache ist dann mit einem Vorwurf oder eine Anklage verbunden.

 

Eher selten zerbrechen Partnerschaften an wirklichen Problemen. Diese schmieden die Partner oft sogar zusammen, werden als gemeinsames Projekt betrachtet und können mit gemeinsamer Kraftanstrengung gelöst werden.

 

Ist im Gespräch miteinander jedoch die Hemmschwelle einmal gefallen und jeder will den anderen niedermachen, um sich selbst dadurch aufzuwerten, ist es schwer, wieder zu der nötigen Distanz und dem Respekt zurückzufinden, der nötig ist, um lebenslang liebevoll miteinander umgehen zu können.

 

Im Gespräch mit Elise und Max fiel mir auf, dass sie sich gegenseitig ins Wort fielen und Formulierungen benutzten wie:

 

  • „ja spinnst Du?“
  • "Was redest Du denn wieder für einen Mist?
  • „das ist typisch für Dich, Du denkst ja nicht weiter!“
  • „Von Dir kann ich einfach keine Umsicht erwarten
  • „Du hörst einfach nicht hin, wenn man was von Dir will!“
  • „Du hast keine Ahnung, wovon Du sprichst!
  • „Immer kritisierst Du, ohne dass Du einen besseren Vorschlag machen kannst“

 

Das setzt sich dann fort in: „immer musst Du, nie kannst du, jedes Mal soll ich, es reicht mir, wenn...“

 

 

 

Ich notierte mir einige der Aussprüche der beiden, als wir im praktischen Teil unserer Arbeit den Problemen der beiden auf den Grund gehen wollten. Diese Beispiele sind symptomatisch für die Problematik aller Anwesenden in einem solchen Kurs.

 

Verbale Gewalt

Es ist wichtig, die richtigen Worte zu finden, wenn man überzeugen möchte.
Es ist wichtig, die richtigen Worte zu finden

Worte können genauso verletzend sein, wie Schläge. Körperliche Gewalt ist oftmals die Steigerung der verbalen Gewalt, wenn Worte nicht mehr ausreichen und Betroffene nur noch dieses Gefühl der Ohnmacht spüren und dem Ausdruck verleihen möchten.

 

 

 

Physische Gewalt ist ein verzweifelter Versuch, mit dem Anderen in Kontakt zu kommen und ihn fühlen zu lassen, wie groß der eigene Schmerz ist.

 

 

 

Im Übrigen ist der Rückzug auch eine Form der Gewalt. Er setzt jeder Unterhaltung und jeder Auseinandersetzung ein gewaltsames Ende und hinterlässt ohnmächtige Wut und Wunden, die keine Chancen haben, zu heilen.

 

Weder körperliche, noch verbale Gewalt oder der emotionale Rückzug sind wirksame Möglichkeiten, um mit Konflikten umzugehen. Das ist nur mit reden möglich. Wie das ohne Stress möglich ist, wollen wir anhand der Aussprüche von Elise und Max beleuchten.

 

 

 

Man kann alles sagen – aber bitte ohne Gewalt

 

Zwischen Eheleuten, Eltern und Kindern, Angestellten und Vorgesetzten und auch unter Kollegen oder Freunden, sind es die gleichen Mechanismen, die zu Streit, Missverständnissen und Zerwürfnissen führen. Es ist die Art des Kommunizierens, die Abwehrhaltungen, ja sogar Aggressionen zur Folge hat, ohne dass die Beteiligten sich richtig verständlich machen konnten.

 

 

 

Es kommt also immer auf das WIE an, will man erreichen, dass der andere einen versteht und nicht missversteht.

 

 

 

Ein Experte für gewaltfreie Kommunikation ist der Psychologe Marshall Rosenberg. In einem Armenviertel in Detroit aufgewachsen, war er schon als Kind viel mit physischer Gewalt konfrontiert. Bereits in jungen Jahren interessierte er sich für intelligente Wege, um Meinungsverschiedenheiten auf intelligente, gewaltfreie Weise zu lösen. Er lehrt inzwischen überall in der Welt, wo es naturgemäß leicht zu Konflikten kommt, wie in Schulen, großen Firmen, während Umstrukturierungsphasen im Nahen Osten und in Südafrika, wie es möglich ist, Auseinandersetzungen gewaltfrei zu einem guten Ergebnis zu führen.

 

Sein Prinzip ist es, auf jede Art von vernichtender Kritik ganz zu verzichten und stattdessen das eigene Empfinden zu beschreiben und konstruktive Vorschläge zu machen.

 

 

 

Negativbeispiel: „Es ist totaler Unsinn, was Sie da vorhaben. Erst den Denkapparat einschalten, dann solche Dinge äußern.“

 

Positivbeispiel: „Ich bin ganz froh, dass Sie sich dieser Sache angenommen haben. Wenn wir jetzt noch die Wünsche der Beteiligten berücksichtigen könnten, stimmen sicherlich alle Anwesenden zu.“

 

 

 

Merken Sie was? Beim Negativbeispiel sträuben sich schon alle Nackenhaare, bevor es ausgesprochen ist. Der derart Angesprochene will daraufhin gleich in die Konfrontation gehen.

 

Das Positivbeispiel enthält eine Bestätigung, ja auch Lob und öffnet die Herzen für eine reibungslose Zusammenarbeit. Der Angesprochene kann ohne Misstrauen antworten.

 

 

 

Man sollte nicht glauben, dass es bei beiden Argumenten um genau die gleiche Sache geht.

 

 

 

Wir müssen uns entscheiden: wollen wir ohne diesen Reibungsverlust in Privatleben und im Beruf mit unseren Mitmenschen kommunizieren, müssen wir bereit sein, bestimmte Prinzipien zu beachten.

 

Diese Prinzipien sind so neu nicht. Unsere Vorfahren haben diese in einen Spruch gepackt, der uns allen geläufig ist:

 

 

 

„Wie Du in den Wald hineinrufst, so schallt es wieder heraus!“

 

 

 

Lassen Sie uns also einmal ausprobieren, wie es sich anfühlt, wenn wir immer, ohne Ausnahme, die Prinzipien der gewaltfreien Kommunikation anwenden.

 

Die Beispiele von Luise und Max bieten dafür eine kleine Anschauung:

 

 

 

„ja spinnst Du?“

 

Stattdessen: „Ich versuche, Dich zu verstehen, allerdings musst Du mir noch einmal erklären, weshalb Du das so siehst“

 

 

 

„das ist typisch für Dich, Du denkst ja nicht weiter!“

 

Stattdessen: „Von Deiner Warte aus ist das sicher richtig, aber ich fühle mich einfach nicht gut dabei. Können wir nicht noch einmal durchdenken, was die Konsequenzen wären, wenn wir das so machen, wie Du es vorschlägst?“

 

 

 

„von Dir kann ich einfach keine Umsicht erwarten!“

 

Stattdessen: „Ich weiß ja, dass übertriebene Ordnung nicht so gut in Dein kreatives Denken passt. Aber ich fühle mich oft überfordert, wenn ich für das Familienmanagement alleine zuständig bin, da schieße ich dann sicherlich öfter über das Ziel hinaus.“

 

 

 

„Du hörst einfach nicht hin, wenn man was von Dir will!“

 

Stattdessen: „Ich habe oft das Bedürfnis, Dir etwas zu erzählen, oder Dir zu erklären, wie ich mich fühle. Ich bin dann sehr gekränkt, wenn ich das Gefühl habe, dass Du Dich dafür nicht interessierst.“

 

 

 

„Du hast keine Ahnung, wovon Du sprichst!“

 

Stattdessen: „Ich wünsche mir, dass wir diese Sache erst einmal abklären, damit es zwischen uns nicht zu Missverständnissen kommt. Es geht ja nicht um Rechthaben, sondern darum, herauszufinden, wie wir künftig damit umgehen können, damit wie beide zufrieden sind.“

 

 

 

„Immer kritisierst Du, ohne dass Du einen besseren Vorschlag machen kannst“

 

Stattdessen: „Bei Kritik fühle ich mich immer gemaßregelt. Dabei will ich einem Verbesserungsvorschlag gegenüber grundsätzlich aufgeschlossen sein. Ich würde mich freuen, wenn Du auch die Vorzüge meiner Handlung sehen könntest.“

 

 

 

Was soll erreicht werden?

 

Grundsätzlich sollten Gesprächspartner oder Streitpartner sich darüber im Klaren sein, was sie erreichen möchten. Geht es um Rechthaben und darum, es dem „Anderen zu besorgen“, ist die gewaltlose Kommunikation wirkungslos.

 

 

 

Aber in einem solchen Fall muss man auch in Kauf nehmen, dass niemand als Sieger vom Platz schreitet.

 

 

 

Es mag sein, dass der augenscheinlich Unterlegene erst einmal mundtot gemacht wurde, aber bei beiden schwelt die Wut, die Aggression weiter und führt zu Bitterkeit und erneuten Kränkungen oder Enttäuschungen.

 

 

 

Genau hier wächst der Nährboden für emotionalen Stress, für Krankheiten, wie Magengeschwüre, Atembeschwerden, Nierenprobleme und Bluthochdruck. Herzinfarkte und Schlaganfälle werden begünstigt.

 

 

 

Jeder, der darauf beharrt, seine Vorstellungen, von welchem Streitpunkt auch immer, nur mit Gewalt durchsetzen zu können, muss sich fragen, ob ihm sein Eigensinn dabei nicht einen Streich spielt. Denn das Ziel, zu einem guten Einvernehmen zu kommen, kann auf diese Weise nicht erreicht werden.

 

 

 

Ganz anders verhält s sich, wenn man über seinen eigenen Schatten springt und in einer Kommunikation ganz auf Anklagen und Schuldzuweisungen verzichtet.

 

 

 

Der Gesprächspartner fühlt sich einfach wohler, wenn man ihm eine Brücke baut und damit signalisiert, dass es beide sind, die an dem strittigen Problem arbeiten müssen. Ein solches Gespräch endet dann nicht selten in der gegenseitigen Versicherung, dass man selbst wohl den Streitpunkt unnötig  verschärft hat, oder dass die eigene Sichtweise vielleicht zu einseitig oder subjektiv gewesen sein mag.

 

 

 

Nächstenliebe ist der Schlüssel

 

Was sich so wenig spektakulär anhört ist in Wahrheit der Schlüssel für seelische und körperliche Gesundheit. Der Anfang ist ein harmonisches Leben.

 

Und das ist nur zu erreichen, wenn man bereit ist, Nachsicht zu üben und Verständnis für die Sichtweise des Anderen aufzubringen.

 

Über die Diskussionen, die wir in unserem Paarseminar führten, lernten Elise und Max, dass man dafür keineswegs die Sichtweise des Anderen  übernehmen muss, sich von seinen Argumenten überzeugen lassen muss. Oft genügt es, dass man respektiert, dass jeder seine eigene Sichtweise haben darf und dass diese sich von der eigenen unterscheiden kann.

 


„Wahrheit ist nie so  u n d  so, sondern immer so  o d e r   so!“

 

 

 

Körper , Geist und Seele gehören zu einer Funktionseinheit

 

Es ist in zahlreichen Studien nachgewiesen, dass eine optimale Synchronisierung der Rhythmen von Herzschlag, Atmung und Blutdruck stattfindet, wenn die betreffende Person dankbare und zärtliche Gefühle für seine Mitmenschen, aktuell für seine Gesprächspartner empfindet.

 

 

 

Wenn wir uns von innen heraus, mit allen unseren Gefühlen, in Kontakt mit den Menschen unserer Umgebung erleben, kommen unsere Körperfunktionen automatisch ins Gleichgewicht. Damit ist der Grundstein gelegt, für strahlende Gesundheit auf allen Ebenen.

 

 

 

Max und Elise rate ich, täglich Harmonieübungen zu absolvieren. Dafür lohnt es sich, dem Anderen zu sagen, was er an diesem Tag besonders Positives gemacht oder gesagt hat.

 

 

 

Davor steht der Entschluss, das Schlachtfeld zu verlassen und es lieber als wichtiges Projekt zu betrachten, den Anderen nicht mehr zu verletzen.

 

 

 

Eine Partnerschaft kann nur dann als schön und lohnend empfunden werden, wenn Partner in ihrer Familie den Rückhalt und die Motivation finden, die ihnen Geborgenheit und Kraft bietet für den notwendigen Lebenskampf.

 

Das ist nicht gegeben, wenn man immer auf der Hut sein muss und den nächsten „Gewaltakt“ erwartet.

 

 

 

Es ist einfach schön, wenn man sich des Rückhalts durch einen Partner sicher sein kann. Und das in jeder Lebenslage. Auch dann – wenn er mal ganz anderer Meinung ist....

 

Meridianklopfen kann Hilfestellung bieten

MERIDIANKLOPFEN ist eine geniale Selbsthilfemethode, mit deren Hilfe emotionale Blockaden aufgelöst werden können
MERIDIANKLOPFEN ist eine geniale Selbsthilfemethode, mit deren Hilfe emotionale Blockaden aufgelöst werden können

Meridianklopfen hat sich dort bewährt, wo überschießende Gefühle eine neutrale, emotionslose Kommunikation verhindern. Erst wenn man von Wut, Hass, Enttäuschungen und Aggressionen frei ist, lassen sich Gespräche führen, die ein Ergebnis haben.

 

Wird die Hilfe eines Therapeuten, einer Therapeutin beigezogen, um echte Streitthemen zu entschlüsseln und die Hintergründe aufzuarbeiten, eignet sich Meridianklopfen in idealer Weise, um alte, innere Wunden zu heilen und Ursachen für Verhalten aufzuspüren, die vorher eine Verständigung verhinderten.

 

 

 

Meridianklopfen lässt sich auch hervorragend zur Selbsthilfe einsetzen, wenn es um kleine Alltagsprobleme geht, die als heftige Emotionen das Miteinander vergiften.